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Geschichte


Segeln in Griechenland Wenn man an Griechenland denkt, stellt man sich das Meer und die Inseln vor; die Ägäis, die von Hunderten von Inseln übersät ist, zwischen denen nur vergleichsweise kurze Distanzen liegen. Die Navigation ist mehr ein »Ausschauhalten« nach der nächsten Insel, auf die man dann zuhält. Auf diese Weise ist es möglich, von einer Seite der Ägäis von Insel zu Insel hüpfend zur anderen Seite zu gelangen. Dazu kommt ein »fahrplanmäßiger« Sommerwind, der konstant aus N-lichen Richtungen weht, und man hat ein ideales Klima, um die Technik von Segelbooten und die für ihre Bedienung erforderlichen Fertigkeiten zu entwickeln. Aus diesen Gründen kennt man Segelboote in diesem Teil der Welt bereits aus frühen Epochen der Geschichte. Bis zur Einführung von Dampf- und Dieselmaschinen war Segeln die hauptsächliche Transportart für Waren und Passagiere.
In diesem Zusammenhang wäre es überraschend, wenn sich nicht auch die Volkskunst und die Mythologie mit dem Meer beschäftigt hätten. Homers erste große Epik handelt denn ja auch von einem Seemann und Schiffbruch: die Odyssee.
Die Legende von Jason und seinen Argonauten auf der Jagd nach dem goldenen Vlies fügt dem eine weitere Seefahrergeschichte hinzu. Erstaunlich ist aber, dass es in dieser allgemeinen Stimmung von »Segeln und Abenteuer« kaum Berichte vom Segeln als Freizeitvergnügen gibt. Bei Pausanias findet sich ein Hinweis, dass es während des Festes zu Ehren von Dionysos u. a. auch Preise für die Gewinner von Tauchwettbewerben und Segelregatten gegeben hätte. Allerdings gibt es gewisse Uneinigkeiten bei der Übersetzung des Wortes »Bootsregatta«, das durchaus auch als »Schwimmwettbewerb« gedeutet werden kann, so dass selbst diese Quelle über den Gebrauch von Segelbooten zum reinen Vergnügen mit Vorsicht zu betrachten ist.
Erst als Griechenland unter römische Herrschaft gerät, findet sich ein erster konkreter Hinweis auf das Segeln zum Vergnügen - in einem Gedicht von Catullus. Heute ist Catullus nur noch wenigen bekannt, zu Lebzeiten jedoch stiftete er, was den dichterischen Stil angeht, so etwas wie eine Revolution an. Er war ein Zeitgenosse Ciceros und bewegte sich in den höchsten Regierungskreisen: Angeblich soll er Cäsar zu verschiedenen Gelegenheiten unterhalten haben. Abgesehen von seinen literarischen Verdiensten hatte Catullus ein kleines Segelboot, das nur zu seinem Vergnügen gebaut worden war und mit dem er ganz bemerkenswerte Törns unternahm. Nachdem er seinen Bruder östlich der Dardanellen in Alexandreia besucht hatte, segelte er quer durch die Ägäis und die Adria hinauf zur Mündung des Po. Den Po segelte er soweit hinauf, wie es möglich war, ließ sein Boot ausflippen und über Land zum Gardasee transportieren. In einer Villa an den Ufern des Gardasees setzte Catullus sich schließlich zur Ruhe und verbrachte seine letzten Jahre damit, Gedichte zu schreiben und mit Freunden auf dem Gardasee segeln zu gehen. Auch wenn es zwischenzeitlich Segelyachten gegeben haben muss, segelten erst im 19. Jahrhundert wieder Leute zu ihrem Vergnügen in den griechischen Inseln. Im 19. Jahrhundert und später zu Beginn des 20. Jahrhunderts segelten vornehme Herren mit ihren Yachten im Mittel- meer, wobei diese Törns oft mit Jagdausflügen oder Amateur-Ausgrabungen verbunden waren. Nach heutigen Maßstäben waren deren »Yachten« übrigens kleine Schiffe - großartige Schöpfungen der Bootsbaukunst, von denen selbst eine Kopie heutzutage ein kleines Vermögen kosten würde; vermutlich ebensoviel, wie deren Erhalt verschlingt. Manche segeln heute als Charterschiffe - natürlich nicht für Mittellose.
Bis vor dreißig Jahren war Griechenland als Segelrevier kaum bekannt. Nur eine Handvoll Yachten kreuzten »nur so zum Vergnügen« zwischen den Inseln, ein paar nahmen auch Chartergäste mit. Wenn man Segelberichte aus dem Griechenland jener Tage liest, wirken sie so wie heutige Berichte aus dem Pazifik - es scheint unendlich weit entfernt und klingt recht exotisch.
Das moderne, stark verbesserte Design kleiner Yachten hat vielen lange Seepassagen möglich gemacht, und so sind Yachten jeder Form und Größe in Griechenland heute eine Alltäglichkeit.
Die Seereisen der Helden Der Buchautor Tim Severin setzte 1984 in Volos (dem antiken Iolcos) Segel, um der Route zu folgen, auf der Jason und die Argonauten auf ihrer Suche nach dem goldenen Vlies gesegelt sein müssen. Das Boot von Severin und seiner Crew war eine mit zwanzig Rudern versehene Kundschafter-Galeere, eine Replik jener Galeeren, die zu Homers Zeiten benutzt wurden. Im Mai überquerte das Schiff die nördliche Ägäis, passierte die Dardanellen und lief im Juni in Istanbul ein. Von dort führte die Route weiter durch den Bosporus ins Schwarze Meer, wo man entlang der Nordküste die Mündung des Rion in Georgien, dem Land des Goldenen Vlieses, ansteuerte.
1985 erkundete dasselbe Boot dann im Mittelmeer die Irrfahrten des Odysseus auf seinem Heimweg von Troja. Es war das erste Mal, dass man anhand von praktischen Experimenten versuchte, die Routen dieser beiden antiken Seereisen aufzuspüren, und Severin zog hinsichtlich der Fahrten des Odysseus einige recht unorthodoxe Schlüsse. Früher war man immer davon ausgegangen, dass Odysseus durch das gesamte Mittelmeer geweht worden war; nach Libyen, Tunesien, Gibraltar, Malta und Italien. Nach Meinung von Severin jedoch wählte Odysseus für die Heimfahrt eine vernünftige und folgerichtige Route nach Ithaka. Alle bei Homer beschriebenen Orte lassen sich in Griechenland wiederfinden. Zum Beispiel kann man auf Kreta in den Legenden der Insel den einäugigen Zyklopen wiedererkennen, von dem Historiker annahmen, er lebte auf Sizilien. Eine wirklich verblüffende Hypothese, die jeden, der einmal in Griechenland segeln war, fasziniert. Es bleibt natürlich jedem selbst überlassen, welche Hypothese er für am schlüssigsten hält: die von Severin oder die etwas konventionellere Interpretation der Irrfahrt des Odysseus.
Die Replik der Galeere, mit der die Reiserouten der Helden nachgesegelt wurden, wurde übrigens auf Spetsai unter Anwendung antiker Techniken gebaut, wobei die einzelnen Planken aus Samospinie mit Zapfen und Zargen miteinander verbunden wurden. Die Galeere misst 16 m Lüa., ist 2,85 m breit und hat einen Tiefgang von 0,3 m. Sie trägt eine Segelfläche von 28 M2 und wird mit einem Zwillingsruder am Heck gesteuert. Die Crew setzte sich aus einem bunten internationalen Völkchen zusammen, zu dem u. a. Griechen, Türken, Russen, ein Bulgare, ein Syrer, ein Australier, Amerikaner, Norweger sowie Engländer und Iren gehörten.
Allgemeines Die meisten Besucher reisen ohne die Segnungen klassischer Bildung nach Griechenland. Homer, Herodot, Thukydides, Plato, Aristoteles, Pausanias, Livius, Plinius und Catullus sind bestenfalls Namen, die man »mal gehört« hat. Und selbst wenn man sogar eines ihrer Werke gelesen haben sollte, sind sie uns doch nicht so vertraut wie den Schülern früherer Generationen: der Ruhm Griechenlands, die Macht, die byzantinische Pracht, die Greueltaten der Sarazenen und Türken, die romantischen Leidenschaften eines Lord Byron und anderer Hellasbegeisterter, die meist nur wenige kennen. In Griechenland besteht für viele Reisende die eigentliche Schwierigkeit darin, die antiken Orte, Denkmäler, Kastelle und Festungsanlagen überhaupt in den Ablauf der Geschichte richtig einzuordnen. Die folgende kurze Abhandlung griechischer Geschichte soll nur einen Überblick geben. Bei Detailfragen, exakten Daten oder weiterführenden Erklärungen muss anderweitig nachgeschlagen werden.
Prähistorische Zeit Über das Leben in der Steinzeit (dem Neolithikum) ist aus dem ägäischen Raum kaum etwas bekannt. Da einige der Ägäisinseln bewohnt waren, müssen die Menschen zu jener Zeit auch gereist sein, denn irgendwie müssen sie ja dorthin gekommen sein. Beträchtliche Bedeutung kam dem Ort Milos zu, da dort Obsidian (Flintstein) gefunden wurde, der zur Herstellung von Messern, Schneiden, Speer- und Pfeilspitzen usw. benötigt wurde.

Kykladenkultur
Um 4000 v. Chr. lebten Menschen der Steinzeit in kleinen Kolonien auf den Kykladen und Kreta. Diese Gemeinschaften, die zumeist aus Bauern und Fischern bestanden, gediehen mit der Zeit, und man hat Kunstgegenstände aus Stein, Ton und Obsidian, später aus Metall gefunden. Kennzeichnend für diese Zivilisation waren geometrische Skulpturen, die man auch auf dem griechischen Festland und in Kleinasien ebenso wie als Grabbeigaben auf den Kykladen fand. Einige dieser Statuetten stellen Harfenspieler dar, und so hat diese Kultur den Spitznamen »Harfenisten« bekommen. Aus der weiten Verbreitung dieser geometrischen Statuen hat man die Schlussfolgerung gezogen, dass in der Ägäis Segelschiffe verkehrten, die selbst bis nach Frankreich und Spanien gelangt sein müssen.
Minoische Kultur (2000-1450 v. Chr) Um 2000 v. Chr. wanderten vom Balkan und der Türkei neue Völker in die Ägäis ein und brachten den »Fortschritt« der Bronzezeit mit. Diese Leute verstanden sich aber nicht nur auf die Kunst von Bronzearbeiten, sondern auch auf die Technik Mesopotamischer Drehkeramik. Und sie brachten die Muttergottheiten des Ostens mit. Das minoische Reich, dessen Zentren auf Kreta und Thira lagen, blühte auf und wurde zu einer vorherrschenden Kultur im östlichen Mittelmeerraum.
Es war eine bemerkenswert fortschrittliche und friedliche Kultur. Knossos auf Kreta war keine Festung, sondern ein Palast, der ebenso schön wie praktisch angelegt war. Minoische Künstler schufen Fresken, Keramiken und Schmuck, die sowohl anmutig wie auch höchst kompliziert waren und es mit heutiger Töpferkunst oder Schmuckdesign durchaus aufnehmen können. Die minoische Flotte trieb im gesamten Mittelmeer Handel und sorgte für Ordnung und Frieden unter dem Patronat der Muttergottheiten.
Die Zivilisation endete abrupt, vermutlich durch die erdgeschichtliche Katastrophe des Vulkanausbruchs auf Thira 1450 v. Chr. - eine der schwersten Eruptionen, von denen man weiß. Die Flutwellen und Erdbeben sowie der Aschenregen löschten die minoische Kultur »über Nacht« aus.
Mykenische Kultur, Dorer und Phönizier (1500-1100 v. Chn)
Nach dem Verschwinden der minoischen Kultur wurde der Stadtstaat Mykene auf dem Peloponnes das Zentrum politischer und kultureller Macht in der Ägäis. Von 1300 bis 1100 v. Chr. war dieses Volk, die Achäer der Dichtung Homers, beherrschend; dann wurde es von den Dorern abgelöst, die von Norden her vordrangen. Mit den Dorem begann die Eisenzeit. Für gut zwei Jahrhunderte dämmerte Griechenland nun im Griff einer Epoche, die als das »dunkle Zeitalter« in die Geschichte eingegangen ist. In dieser Epoche verschwanden Schrift und Malereien. Die Dorer siedelten um die östlichen Sporaden und den Dodekanes, während die Phönizier von den südlichen Mittelmeerküsten aus die Seehandelsrouten kontrollierten. Um 900 v. Chr. entwickelte sich aus dem Chaos des »dunklen Zeitalters« eine selbständige Sprache.

Die griechische Klassik (800-27 v. Chr.) Was heute als die »klassische« und »hellenische« Periode bekannt ist, begann um 800 v. Chr. und dauerte bis zur römischen Machtübernahme an. Vor dieser Epoche, die als Geburtsstunde der Stadtstaaten (Polis) angesehen wird, gab es kein vereinigtes Griechenland. Durch eine große Kolonisationsbewegung waren überall am Mittelmeer und am Schwarzen Meer Stadtstaaten entstanden, die sich zum Teil zu mehr oder weniger mächtigen Bündnissen zusammengeschlossen hatten.
Homer, Sappho, Alkaios und Archilochos gehören zu dieser frühen griechischen Kultur. Um 500 v. Chr. mussten sich die Griechen zum ersten Mal gegen die von Osten vordringenden Perser, die bei dieser Gelegenheit Naxos eroberten, zur Wehr setzen. Neun Jahre später holten die Perser zum zweiten Schlag aus, und die berühmten Schlachten von Marathon und Salamis wurden geschlagen. In der Seeschlacht von Salamis wurde die persische Flotte zerstört und die Perser wurden zurückgedrängt.
Athen, nunmehr der mächtigste Stadtstaat, gründete den Ersten Attischen Seebund (delisch-attischer Seebund), dem viele andere Stadtstaaten beitraten. Auf diese Weise kontrollierte Athen fast ganz Griechenland.
Bei verschiedenen Gelegenheiten verließen einige Stadtstaaten den Bund wieder, aber erst der Peloponnesische Krieg (431-404 v. Chr.) brachte Athen ernsthaft in Bedrängnis. Schließlich gewann Sparta den Krieg, wurde aber nicht so einflussreich wie zuvor Athen. In der Zwischenzeit wuchs die Macht der Inseln Rhodos, Kos, Chios und Lesvos. 330 v. Chr. eroberte Philipp II. von Makedonien einen Großteil Griechenlands; ein Werk, das sein bemerkenswerter Sohn, Alexander der Große, später vollendete. Griechenland gedieh auch weiterhin, aber ein Teil des Landes geriet unter römische Vorherrschaft.
Die Römer (27 v. Chr.-330 n. Chr.) Im Jahre 27 v. Chr. wurde Griechenland ein Teil des römischen Imperiums. Fast vierhundert Jahre lang blieb Griechenland unter römischer Herrschaft, auch wenn das Land kulturell gesehen, kaum von Rom beeinflusst wurde. Griechisch blieb die offizielle Sprache, und den meisten Stadtstaaten wurde eine gewisse Autonomie gestattet. Nach und nach wurde Griechenland aber vom Christentum durchdrungen, das antike Rituale und Religionen verdrängte. Diese Entwicklung wurde mit dem Übertritt des römischen Kaisers Konstantin zum Christentum und der Gründung des Byzantinischen Reiches besiegelt.
Das Byzantinische Reich (330-1204 n. Chr.) Die Gründung der Stadt Konstantinopel und die Ausbreitung des Christentums bestimmten den Aufstieg des ersten christlichen Staates. 6 n. Chr. drangen zahlreiche Stämme nach Süden vor: Slawen, Awaren, Hunnen und Bulgaren fielen in Griechenland ein, auch wenn die Streitkräfte der Byzantiner viele Städte schützen konnten. Trotzdem wurden viele Inseln entvölkert und Städte dem Erdboden gleichgemacht. Als später auch noch die Sarazenen in der Ägäis ihr Unwesen trieben, wurden manche Inseln völlig verlassen. Kreta wurde von den Sarazenen für eine ge- wisse Zeit (810-961) vollständig eingenommen. Der Kaiser Nikephoros II. Phokas gewann die Insel zurück, aber die Macht der Byzantiner war am Schwinden. Die Kirchenbauten, genauer gesagt die Mosaiken und Fresken darin, sind eine bleibende Erinnerung an Byzanz.
Die Franken und Venezianer (1204-1550) Auf dem vierten Kreuzzug wurde Konstantinopel 1204 geplündert und das Byzantinische Reich zwischen Venedig und zahlreichen anderen italienischen Abenteurern aufgeteilt. Auf den östlichen Sporaden setzten sich die Familien Gattelusi und Giustianini fest, Naxos kam in den Besitz von Marco Sanudo, und der Peloponnes erstarkte unter dem Geschlecht der Villehardouin zu einem der wichtigsten Herzogtümer. Auf Rhodos errichteten die Ritter des Johanniterordens ihre gut befestigte Hochburg, die sie 1522 an die Türken verloren. In dieser Zeit baute Venedig Kastelle und Festungen, die die Haupthäfen entlang der Handelsroute in die Ägäis sicherten. Viele dieser Festungen wurden noch von den Türken während ihrer Besatzungszeit gehalten.
Die türkische Besatzungszeit (1460-1830) 1453 nahmen die Türken Konstantinopel ein und beendeten die Herrschaft der Byzantiner; gegen Ende des 16. Jahrhunderts war ein Großteil Griechenlands unter türkischer Besatzung. Die türkische Okkupation war teilweise pure Tyrannei, auch wenn die Greueltaten der Türken oft übertrieben worden sind. Im 17. Jahrhundert gewannen die Venezianer einen Teil ihrer Besitzungen im Westen wieder zurück, und englische Abenteurer reisten kreuz und quer durch Griechenland und sammelten wertvolle Antiquitäten ein, die man heute im Britischen Museum bewundern kann. Heutzutage ist von der Türkenherrschaft kaum noch etwas zu sehen, da während der Unabhängigkeitskämpfe und auch danach die meisten Minarette und Moscheen zerstört wurden - mit Ausnahme auf Kreta und den östlichen Sporaden.
Der Unabhängigkeitskrieg (1822-1830) 1822 metzelten die Türken 25 000 Menschen auf Chios nieder. Diese Bluttat löste den leidenschaftlich geführten Unabhängigkeitskrieg aus, und weite Teile Griechenlands erhoben sich gegen die türkischen Herrscher. Die Inseln Ydra und Spetsai unterstützten den Krieg höchst wirkungsvoll mit ihren großen Flotten, und der Krieg wurde endgültig gewonnen, als die alliierten Truppen aus Engländern, Russen und Franzosen die türkische Flotte in der Seeschlacht von Navarino einkesselten und zerstörten.
Das 20. Jahrhundert Die junge Republik hatte einen äußerst wackeligen Start, und nach einer Serie von Attentaten setzte der Westen den damals noch unmündigen Prinzen Otto von Bayern auf den griechischen Thron. Er war nicht sehr populär und wurde durch Prinz Wilhelm von Dänemark ersetzt, der als Georg I. Nachfolger des bayerischen Thronprätendenten wurde und der sich als tragbar erwies. Schritt für Schritt gewann Griechenland an Land dazu: 1881 Thessalien und Epirus und die nördlichen Ägäisinseln nach dem Balkankrieg 1913. Im Ersten Weltkrieg kämpften die Griechen auf Seiten der Westmächte, und nach der Niederlage der Türken marschierten griechische Truppen an der Seite der Entente in Konstantinopel ein und unternahmen den verhängnisvollen Fehler, Gebiete in Kleinasien zu erobern. Als die Griechen schließlich zurückgedrängt wurden, wurde die türkische Bevölkerung, die noch in Griechenland lebte, gegen Griechen aus der Türkei ausgetauscht.
Im Zweiten Weltkrieg stand Griechenland an der Seite der Alliierten und gewann am Ende des Krieges den Dodekanes. Zu Beginn des Krieges hatte Griechenland versucht, neutral zu bleiben. Aber als Mussolini dem damaligen griechischen Ministerpräsidenten Joannis Metaxas eine Koalition vorschlug, schickte dieser ein kurzes Antwortschreiben mit »Ochi« - Nein!
Briten, Neuseeländer und Australier kämpften auf griechischem Boden, wurden von den anrückenden Deutschen aber überwältigt. Bis 1944 blieb Griechenland von den Deutschen besetzt.
Nach dem Krieg wurde das Land von einem blutigen Bürgerkrieg zerrissen, bis ab 1947 eine Reihe konservativer Regierungen wieder für Ruhe sorgte. Ein Putsch konservativ gerichteter Militärs leitete 1967 eine siebenjährige selbstherrliche Diktatur ein. Erst mit Karamanlis kehrte die Demokratie 1974 nach Griechenland zurück. 1981 wurde die erste sozialistische Regierung unter Papandreou ins Amt gewählt. 1986 trat Griechenland der Europäischen Gemeinschaft bei.

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